Im Norden sagen wir: „Die ist ganz schön durch den Wind“ oder „Er ist ganz schön durch den Wind“ Die Redewendung „durch den Wind sein“ wird häufig verwendet, um einen Zustand der inneren Unruhe oder Verwirrung zu beschreiben. Gemeint ist, dass wir uns emotional oder mental durcheinander fühlen. Ich sehe es häufig bei sehr leistungsstarken Menschen: Der Kalender ist voll, die Verantwortung hoch, der Anspruch enorm. Pausen? „Später.“ Regeneration? „Wenn das Projekt durch ist.“ Struktur? „Hab ich im Kopf.“
Das Problem: Das Nervensystem kennt keinen Aufschub. Das Ergebnis im Akquisegespräch oder beim Terminieren: Gedankensprünge, fehlende Priorisierung, unruhiger Sprachrhythmus, wenig strategische Pausen, zögerliche Entscheidungen. Eine potenzielle Neukundin kann das nicht benennen – jedoch spürt Sie es.
Selbstführung bedeutet: Ich reguliere meine Energie, bevor ich andere überzeugen will. Gerade bei introvertierten oder sehr analytischen Persönlichkeiten, wie ich sie häufig im IT- oder Ingenieursumfeld erlebe, wird Überlastung lange kompensiert. Fachlich funktioniert alles. Doch die Präsenz bröckelt. Und stimmliche Präsenz ist im Vertrieb ein wirtschaftlicher Faktor.
