Kürzlich habe ich einen Fehler gemacht. Einen ganz banalen – und trotzdem unangenehmen.
Ich habe einen Termin verpasst. Einen wichtigen. Und das Unangenehmste daran: Ich hatte ihn selbst vorgeschlagen. Der erste Impuls war innerlich sofort da: „Das war unprofessionell.“„Wie konntest du das übersehen?“„Das darf dir nicht passieren.“ Nach außen war mir schnell klar, was zu tun ist: Ich habe mich entschuldigt. Klar, ohne Ausreden. Ich habe Verantwortung übernommen und eine zusätzliche Stunde angeboten. Nicht, um mich „freizukaufen“, sondern um die entstandenen Unannehmlichkeiten ernst zu nehmen. Vertrauen leidet weniger unter dem Fehler selbst als unter Rechtfertigungen oder Relativierungen. Eine klare Entschuldigung mit Verantwortung wirkt vertrauensstabilisierend.
Mindestens genauso herausfordernd war jedoch der Umgang mit mir selbst.
Mein innerer Kritiker war gnadenlos. Und genau hier wird Fehlerkultur oft unsichtbar – im eigenen Kopf.Mit diesem komischen Gefühl wurde mir bewusst: Ein Fehler ist eine Handlung, keine Identität. Verantwortung übernehmen heißt nicht, sich innerlich zu zerlegen. Selbstverurteilung erhöht Stress und macht Folgefehler wahrscheinlicher. Menschen, die sich nach Fehlern konstruktiv selbst verzeihen, handeln langfristig verlässlicher als jene, die sich innerlich bestrafen. Mein inneres Gespräch hat mir geholfen: „Ich habe einen Fehler gemacht und ich habe Verantwortung übernommen. Jetzt gehe ich professionell weiter.“
Fehler passieren. Ob ich bei der Wortwahl nicht achtsam war, ob Informationen fehlten. oder eber beim Terminieren. Entscheidend ist, ob wir sie nutzen – oder ob sie uns innerlich blockieren. Oft sind es die Kleinigkeiten – stimmt es?
