CEOs wählen oft auchden falschen Kanal und dadurch entstehen auch Missverständnisse
In meiner Arbeit sehe ich beide Richtungen. Mitarbeitende, die auf gesprochene Botschaften schriftlich reagieren. Auch CEOs bringen die komplexe Themen in langen, verdichteten E‑Mails unter – obwohl ein kurzes Telefonat vieles sofort geklärt hätte. Typische Situationen aus der Praxis: Strategische Entscheidungen per E‑Mail | Kritisches Feedback in Textform | Mehrdeutige Formulierungen ohne Kontext. Was fehlt sind unter anderem: der Tonfall, die Priorität oder auch die Zwischentöne. Schriftliche Kommunikation erhöht bei komplexen Inhalten die Gefahr von Fehlinterpretationen deutlich. Der Empfänger kann ihre eigenen Annahmen und Emotionen in den Text hineinlesen. Gleichzeitig gilt das Umgekehrte: Spontane, unstrukturierte mündliche Aussagen ohne Einordnung überfordern Teams, die visuell oder strukturiert denken. Auch hier entstehen Missverständnisse – nur auf einer anderen Ebene.
Für CEOs heißt das: Führung scheitert selten an mangelnder Kommunikation, sondern auch an inkonsequenter Medienwahl. Die zentrale Führungsfrage lautet: Wann braucht es Stimme? Wann reicht Text? Und wann ist ein bewusster Wechsel des Kanals notwendig?
Wer führen will, sollte sich schon entscheiden, was gesagt wird, Und dann noch wie und wo. Welchen Kanal wähle ich? Hörbare Führung beginnt mit Bewusstsein – in beide Richtungen. Dann geht die Post ab.
